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Was ist ein Defi?

 

Ein Implantierbarer Cardioverter Defibrillator, auch kurz ICD oder Defi genannt, ist ein kleines Gerät, dass Menschen mit einer Herzinsuffizienz implantiert werden kann.

 

Eine Herzinsuffizienz, sprich Herzschwäche, liegt vor, wenn die Herzleistung sinkt und dadurch der körpereigene Stoffwechsel nicht mehr sichergestellt ist. Bei gesunden Menschen werden pro Minute etwa 4,5 Liter Blut durch den Körper gepumpt, bei einer Herzinsuffizienz, je nach Schweregrad der Erkrankung entsprechend weniger. Das heißt, das Herz ist nicht mehr in der Lage, den Körper und die Organe ausreichend mit Blut und somit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Gleichfalls können Abfall-Produkte und Kohlendyoxid nicht ausreichend abtransportiert werden.

Für eine Herzinsuffizienz gibt es viele Ursachen, wie beispielsweise eine Herzkranzgefäß- oder Herzmuskelerkrankung, eine Herzentzündung, Rhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen oder auch einen Herzinfarkt.

 

 

Defimodelle (zur Verfügung gestellt von den Herstellerfirmen Boston Scientific, Medtronic und Biotronic)

 

Der ICD hat sowohl eine diagnostische als auch eine therapeutische Aufgabe.

Der Diagnostikteil besteht darin, dass der Defi den Herzrhythmus ständig überwacht und diesen für den überwachenden Arzt aufzeichnet. So können etwaige Rhythmusstörungen erkannt werden und der Defi gegebenenfalls seine therapeutischen Funktionen automatisch nutzen.

Die Therapiefunktion des ICD dient dazu schwere (teils lebensbedrohliche) Herzrhythmusstörungen zu beenden und die  Herzfrequenz auf ein normales Niveau zu regulieren.

Hierzu werden bei leichten Rhythmusstörungen automatisch einzelne leichte elektrische Impulse abgegeben, von denen der Patient selbst nichts mitbekommt.

Bei starken Arrhythmen (Kammerflimmern) gibt der Defi einen starken elektrischen Impuls, auch Schock genannt, ab, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren. Diese Schocks werden von den Patienten wahrgenommen, allerdings von jedem unterschiedlich.

 

Implatiertes ICD-System

Ein ICD-System besteht üblicherweise aus einem Aggregat, dass unter den Brustmuskel gelegt wird und mindestens einer durch eine Vene (transvenös) zum Herzen gelegten Elektrode. Über die Elektrode werden die Signale des Herzens an das Gerät/Aggregat gesendet, welches (wennn nötig) wiederum Energie zum Herzen zurück überträgt um den Herzrhythmus zu regulieren.

Bei einigen Patienten ist eine solche transvenöse Implantation nicht möglich, beispielsweise aufgrund von Vorerkankungen. Deshalb besteht seit einigen Jahren auch die Möglichkeit eines rein subkutanen Defibrillators, also eines Defis, der unter der Haut implantiert wird.

 

Der erste Defi weltweit wurde übrigens 1980 von Michel Mirowsi in Baltimore (USA) implantiert. In den über 30 Jahren, die seitdem vergangen sind wurden die Systeme und Techniken natürlich enorm weiterentwickelt, wodurch auch die Zuverlässigkeit der Geräte immer weiter verbessert wurde. Auch in Zukunft dürften die Defis weiterhin immer besser und zuverlässiger werden.


Nach der Implantation müssen die Patienten in regelmäßigen Abständen zu Nachuntersuchungen, bei denen neben dem Körper/Herz auch der Defi kontrolliert wird. Hierfür hat der behandelte Arzt ein Programmiergerät, mit dem sowohl die Aufzeichnungen des Geräts überprüft werden können als auch die Funktion des Gerätes selbst. Zudem werden die Elektrode und die Defi-Tasche, in der das Aggregat liegt kontrolliert.

 


Quellen:

  • Flyer Defibrillator (ICD) Deutschland e.V.
  • ICD Aktuell Ausgabe 11
  • Sonderdruck aus ICD Aktuell - Newsletter
  • Sonderdruck Ausgabe 2 aus ICD Aktuell - Newsletter
  • Boston Scientific - Die Therapie mit dem Implantierbaren Cardioverter / Defibrillator (ICD)